Demokratie

Pulse of Europe in Rosenheim

Am 3. Dezember war wieder pulse-of-Europe-Aktion in Rosenheim. Trotz klirrender Kälte aber ohne Regen nahm ich an dieser Manifestation pro Europa teil. Europa. Unser großes Friedensprojekt (Nobelpreis) und Sicherung des Kontinents für die Zukunft scheint derzeit in Gefahr durch rückwärtsgewandte Politik und Politiker in mehreren der 28 Staaten (die Briten mit rückwärtsgewandtem Brexit wollen raus, dafür andere der fast 50 europäischen Staaten wollen gerne rein).

Wie es der neue französische Präsident Macron formuliert will er ein „Europe protectrice“, eine schützende EU. Wussten Sie, dass nach den Verträgen sich die Staaten auf gewisse demokratische Grundprinzipien und auch mehr Partizipation der Bürger festgelegt haben? Betroffene können also vor dem EUGH klagen, z. B. bei Verletzungen durch die „Obrigkeit“

Das Video bei Facebook zeigt ein Europaspiel. Die Teilnehmer mussten sich bei Fragen auf eines von 3 Feldern als richtige Antwort stellen. Die Frage lautete: „Welcher dieser Staaten ist zuerst in die EU eingetreten?“.

Auf der Website der Initiatoren heißt es: „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass es auch danach (nach Trump und Brexit, Anm. des Verf.) noch ein vereintes, demokratisches Europa gibt – ein  Europa, in dem die Achtung der Menschenwürde, die Rechtsstaatlichkeit, freiheitliches Denken und Handeln,  Toleranz und Respekt selbstverständlich Grundlagen des Gemeinwesens sind.“

Natürlich wurden von den Rednern auch betont, dass Demokratie Arbeit bedeutet und viele Probleme noch der Lösung harren im Aufbau von Europa und im Denken der politischen Verantwortlichen. Aber wir sind auf einem guten Weg!

 

Mehr Demokratie wagen – und verbessern

Probleme der Welt und Ursachen

Kürzlich fand im Erfolgsforum Rosenheim das erste Treffen der neu gegründeten Denk-Werkstatt zum Dialog über Welt- und Demokratieverbesserung statt. Wir haben gemeinsam die Weltprobleme analysiert und sind wie auch in meinem Weltrettungsroman zu den 9 Problemfeldern gekommen. Das Feld 8 Gender (Geschlechter-Gerechtigkeit) könnte man auch nennen „Diskrimination“ und enthält somit neben der Geschlechterproblematik auch die Rasse, das Alter und andere diskriminierende Elemente. Und in das mittlere Feld von Armut und Hunger könnte man noch als Unterpunkt die Chancenungleichheit nehmen.

Derr nächste Punkt in der Denk-Werkstatt war nach einer Analyse der Problemfelder die Auflistung der Ursachen, wobei wir zwischen Mensch und System trennten. Aus der Brainstorming der Teilnehmer ergab sich dir mir weitgehend bekannte Liste der menschlichen Schwächen, von Gier und Verführbarkeit angefangen, bis über die Bequemlichkeit zu „destruktivem Umgang mit Komplexität“. Gespannt war ich auf die Diskussion eines gemeinsamen Nenners als Ursache für alle Weltprobleme. Aber das ging ganz einwandfrei zu einem Konsens: „Die Hauptursache ist der Mensch selbst mit seinen Unvollkommenheiten“. Und sogar die Systemursachen wie Macht, Lobby etc konnten wir als menschengemacht darunter subsumieren. Natürlich hat der Mensch aus seine guten Seiten: Hilfbereitschaft, Loyalität, Kooperation, Empathie etc. Daneben die Schattenseiten, die die Probleme national oder weltweit bewirken.

Darüber hinaus ist eine zweite Ursache für die Achse der Welt-Problemfelder 7 Arbeitsplätze und 1 Armut die volkswirtschaftlichen Produktion für den Wohlstand. Für die Entwicklungsländer heißt dies, dass Direktinvestitionen von außen kommen müssen, um einen Sprung zu bewirken. So hat das in China und weiteren asiatischen Ländern sowie Brasilien gut funktioniert. Die dortigen staatlichen Strukturen sind ein Muß – in Afrika fehlen diese oft. Deshalb dort ein größerer Nachholbedarf. Ich habe kurz mein Konzept für Aufbruchstimmung und Vertrauen dargestellt. Zugleich gekoppelt mit verstärkten Bildungsanstrengungen und Großgruppenmethoden.

Am Schluss und gegen Mitternacht war auch klar, dass die Gruppe weitermachen will. Kurzfristig wollen wir unsere Arbeit weiterführen und brauchen da auch nicht in die ganze Welt auszuschwärmen: auch in Deutschland ist genug zu tun. Was wäre das Konzept, in Deutschland den obigen abgebildeten gemeinsamen Nenner „Bewusstseinsentwicklung“ einer breiten Bevölkerung nahezubringen?

Als ersten Baustein dafür könnte meine Großgruppenaktion „Demokratie verbessern“ dienen, die wir beim nächsten Treffen besprechen werden. Hier könnte als sachliches Thema die Flüchtlingswelle stehen, oder das Steuersystem, aber sicher ist die Verbesserung unserer eigenen Demokratie die beste Basis für die weitere Arbeit. Was gibt es in den Social Media nicht alles an Groll und Unzufriedenheit darüber. Unseres Erachtens mangels Wissen und Bewusstsein der Bevölkerung. Stammtischgerede mit Klagen und Anklagen ist leicht, aber wie können wir konkret besser werden? Die verbalen Anschuldigungen der Parteien untereinander erleichtern das alles nicht.

Zielsetzung des Großgruppen-Dialoges

  • Bei der Aufgabenstellung des Staates beginnen
  • Demokratie und Dialog mit Fakten trainieren
  • Werte der Gemeinschaft unseres Staates bewusst machen und leben
  • Vertrauen der gesellschaftlichen Gruppen insb. Politiker, Bürger, Wirtschaft aufbauen zum allseitigen Nutzen
  • Dabei erhöht sich das Wissen, das Verständnis für andere und ändern sich Denkmuster (vorgefasste Meinungen).
  • Reelle Möglichkeiten zu einer Erneuerung der Demokratie kennenlernen u.a. Losverfahren.
  • Zugleich mit konkreten Vorschlägen für weitere operative Dinge und mittelfristige Strategie in der Verbesserung unserer Demokratie
  • Zu einer Vorstufe von echter breiter Bürgerbeteiligung und Mitwirkung kommen.

Beschreibung der Aktion

  • 4 Stunden Dialog der Demokratie (Aufgaben des  Staates und Bürgerpartizipation) mit mindestens 1 Million Teilnehmern, in Gruppen von 100. Das braucht nur 3 Monate zu dauern.
  • An 60 Standorten mit täglich zwei Veranstaltungen. 200 Moderatoren werden benötigt, die dank selbsterklärungen Anleitungen für die Teilnehmer leicht auszubilden sind. Diese sitzen an Tischen von maximal 8 Personen mit zumindest je einem PC, der die Antworten der Gruppe auswertet und mit anderen bzw. auf Bundesebene vergleicht.
  • In weniger als 90 Tagen durchlaufen 1 Million Teilnehmer diese Veranstaltung. An derem Ende steht jeweils ein „viraler“ Effekt: Jeder wird aufgefordert, per Handy enge Freunde und soziale Netzwerke über die Erkenntnisse zu informieren.
  • Bei 10.000 solcher Veranstaltungen können jeweils einer oder mehrere Politiker der verschiedensten Ebenen (Gemeine, Land, Bund) teilnehmen.

Ich habe diese Vorgehensweise schon vor 40 Jahren praktisch ausprobiert – bei der Einführung einer Kapitalbeteiligung in meinem Familienunternehmen. Ich war dabei besonders positiv überrascht, wie sich die Mitarbeiter aus der Produktion dort einbrachten und konkrete Vorschläge unterbreiteten. Vor 20 Jahren habe ich die Aktion – noch vor Kirchhoff – für eine Reform des deutschen Steuersystems entwickelt, aber leider die Mühe der Umsetzung gescheut. Heute bin ich besser gerüstet. Als nächster Termin zur Fortsetzung und Diskussion über ein konkrete Aktion z.B. diese mit den 4 Stunden Dauer scheint der 5. Juli geeignet. Interessenten zur Mitwirkung in der Denk-Werkstatt bitte über diese Seite anmelden.

Am Beispiel der Flüchtlingsthematik habe ich auf dieser Blogseite schon mehr Detailinformationen zum Ablauf der Dialog-Großgruppenaktion in 4 Stunden gegeben.

Weltrettung und Reichtumskonzentration

1 Armut Hunger Herkulesaufgabe

1 Armut Hunger Herkulesaufgabe

Die Reichtumskonzentration, die die neue Oxfam-Studie aufzeigt, spricht stark unsere menschlichen Neidkomplexe an. Aber die Frage muss doch gestellt werden, ob diese einen Verursacher der 9 obigen Weltprobleme darstellt, die mit der Armut (in der Mitte) beginnen. Und mit einer einfachen mathematischen Rechnung relativiert sich die Reichtumskonzentration stark!

Kern der Reichtumskonzentration

2015 besaßen lt. Oxfam. 62 Einzelpersonen (davon 53 Männer) genauso viel wie die ärmere Hälfte der

oxfam-grafik-sozialeungleichheit-2015

oxfam-grafik-sozialeungleichheit-2015

Weltbevölkerung, das heißt rund 3,6 Milliarden Menschen. Der Trend ist eindeutig: 2010 besaßen noch 388 Individuen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen genommen, 2014 waren es 80 Personen.

Die Oxfam-Studie wird natürlich in den Medien und der Öffentlichkeit oft zitiert. Denn irgendwie verstößt diese Reichtumskonzentration gegen unsere „Gerechtigkeitsempfinden“, gegen die soziale Ader in den meisten Menschen. Das Problem berührt uns. Konzentration, die in der Natur und in der menschlichen Gesellschaft stark verbreitet ist (Pareto-Prinzip: Stärken, Umsatz, seltene Erden, Rohstoffe, Einkommen, Vermögen, Musik – bis zu den Erfolgen von

6 Demokratie Humanismus Herkulesaufgabe

6 Demokratie Humanismus Herkulesaufgabe

Popsängern – wahrscheinlich verkaufen nur wenige Pop-Kings/Queens so viele Platten wie die Hälfte der übrigen Sänger) ist uns suspekt. Da Vermögenskonzentration auch einhergeht mit wirtschaftlicher Macht, hat sie sicher auch Einfluss auf die Politik, die Partikularinteressen evtl. begünstigen könnte. (Problemfeld Demokratie)

Aber wenn das weltweite Hauptproblem mehr die Armut ist, kann die Reichtumskonzentration da der Verursacher sein? Die Gebrüder ALDI sind reich geworden, weil die Lebensmittel für die breite Masse verbilligt haben mit ihrem konsequent durchgehaltenen Discout-Prinzip. Marc Zuckerberg mit Facebook ist reich geworden, weil er die Idee mit dem sozialen Netzwerk hatte. Usw.

Umverteilung als scheinbare Lösung

Eine einfache Rechnung wird Sie überraschen: Die in der Oxfam-Studie erwähnten 62 Personen haben zusammen ein Vermögen von 1.76 Billionen US-Dollar (diese Zahl ist etwas versteckt im Bericht). Dividiert man nun dieses Vermögen durch die Anzahl der Menschen der halben Weltbevölkerung von ca. 3,6 Milliarden …. Erhält man einen Betrag von knapp 500 $. Und das ist wohlgemerkt „Vermögen“, welches nicht konsumiert werden kann (Firmenanteile, Immobilien). Angenommen eine Bar-Rendite von 5 % ist davon jährlich ausschüttbar , so sind das jährlich 25 $, also pro Monat ganze 2 $.

Diese Division durch die Weltbevölkerung von über 7 Milliarden Menschen muss man immer machen, wenn man sich durch Umverteilung einen Fortschritt erhofft. Solche Milchmädchen-Rechnungen schwirren herum. Gerade die bekannten Zahlen zur Reichtums-Konzentration, die Thomas Piketty in seinem Bestseller zusammengestellt hat, zeigen die mathematischen Mythen auf: Es klingt nach einer unglaublichen Verzerrung, wenn wenige Promille der Bevölkerung über ein hohes Einkommen und hohes Vermögen verfügen. Aber bei der Division durch die Bevölkerungszahl relativiert sich das alles ungemein!

Und wie soll das auch organisiert werden? Erhalten dann die Armen, die speziell in einigen Ländern geballt leben, eine monatliche Überweisung und bestellen sich im Internet Lebensmittel und Autos und Häuser mit Klimaanlage? Die Bevölkerung in den Industriestaaten erarbeiten diese Güter und schicken Sie nach Afrika, Asien, Südamerika?

Kann das überhaut gut gehen? So möchte ich gleich hier schon formulieren: Die Weltrettung muss so aussehen, dass jedes Land seinen eigenen Wohlstand selbst erarbeitet!

Lösung über das soziale Empfinden der Superreichen

Und: Würden die Superreichen das mitmachen? Normalerweise mögen Alfa-Tiere, die solche ein Vermögen aufgebaut haben, keinen Zwang. Und wie wir aus dem Beispiel der Insolvenz der Lehmann Brothers-Bank (wo keine kleinen Sparer beteiligt waren) in der letzten Finanzkrise gelernt haben: diese wurde dadurch verschlimmert, weil Reiche Verluste erlitten und nicht mehr mit dem Geld um sich warfen und mit Investitionen knauserten – schon gab es weltweit Millionen Arbeitslose mehr.

Gerne verweise ich jetzt schon auf die Website der Superreichen, die sich im Rahmen der Giving-Pledge-Aktion verpflichtet haben, über die Hälfte Ihres Vermögens für gemeinnützige Zwecke zu stiften.

Fortschritte in der weltweiten Armutsbekämpfung – durch Investitionen

Trotz der Fortschreitenden Reichstumskonzentration gibt es Fortschritte im Abbau der weltweiten Armut. Hier die Grafik dazu.

infografik-der-rueckgang-der Armut, FAZ 28.9.15

infografik-der-rueckgang-der Armut, FAZ 28.9.15

Die FAZ hat hierzu einen ausführlichen Artikel veröffentlicht.

Der stärkste Faktor dabei war die Teilnahme am Welthandel, wo natürlich immer eine produktive Wertschöpfung steht: Leistungen und Produktion. Also Arbeitsplätze. Letztere werden vom Mittelstand und von großen Firmen geschaffen. Die Entwicklungshilfe kann dabei noch nicht einmal das Faktor hervorgehoben werden.

Und wie kommen die Arbeitsplätze zustande: oft durch Direktinvestitionen von außerhalb, also von den gierigen Westfirmen, die in armen Ländern aufgrund der niedrigen Lohnkosten Produktionen aufziehen. Auf jeden Fall kaum durch die vielen Milliarden der weltweiten Entwicklungshilfe. Beginnend mit der Textilindustrie. Trotz aller Probleme, z.B. mit eingestürzten Textilfabriken in Bangladesch.

Ausblick

Diese Facette der Globalisierung hat natürlich noch Nebeneffekte. Einerseits hilft sie beim Aufholprozess der Länder, die in den 200 Jahren der Industrialisierung zurückgeblieben oder einfach nur spät gestartet sind. Andererseits verstärkt sie zunächst auch die Spreizung der Vermögens- und Einkommensverhältnisse innerhalb der Länder. Womit wir wieder bei der anfänglichen Thematik sind.

Dies werde ich in weiteren Blog-Artikeln näher ausführen.

Es ist nicht einfach, da den Überblick zu behalten. Was ist wirklich wichtig: TTIP bekämpfen? Höhere Erbschaftssteuern? Eine weltweite Finanzbehörde und Bekämpfung der Steuerflucht? Verstärkte Bildung für mehr Chancengerechtigkeit, auch in den Industrieländern?

1 Armut Hunger Herkulesaufgabe

1 Armut Hunger Herkulesaufgabe

Weltrettung und Flüchtlinge 5 – mehr Demokratie wagen – Dialog

Das Flüchtlingsthema ist so umfassend, dass es die Gesellschaft polarisiert – wo Kooperation erforderlich ist. Bis noch vor wenigen Monaten konnte es Deutschland nur auf dem Bildschirm zu verfolgen – nun ist es in Straßen und Bahnhöfen präsent. Keine Chance mehr, sich auch als Bevölkerung wie vorher alle europäischen Regierungen wegzuducken und wegzuschauen. Nachstehend ein konkreter Vorschlag aus meinem Weltrettungsbuch als Demokratie-Training,  wo doch die ganze Thematik durchaus von „inneren Lügen“ geprägt ist. Es gibt ein Meinungsspektrum von „Wir schaffen das unbeschränkt“ (die hilfsbereiten Optimisten, die sich vormachen, dass wir jede Menge Flüchtlinge bewältigen können) bis zum „Wahnsinn, Untergang von Deutschland, Islamisierung droht“ (die Bedenkenträger und Skeptiker, die voller Ängste sind und ihr Mitgefühl nicht zugeben). Davon sollte keiner in die rechte oder linke Ecke gestellt werden. Nur die Unbelehrbaren („Das sind Terroristen, Invasoren“) können dabei wohl kaum angesprochen bzw. erreicht werden – je mehr von der Realität und konkreten Fakten entfernt sie sind, desto fester ist ihre Meinung. Aber das sind nur wenige Prozent der Bevölkerung und es kommt auf alle anderen an, dass wir uns austauschen sollten und gegenseitiges Verständnis entwickeln und im Dialog auch noch bessere Lösungen finden.

Veränderungen kommen unausweichlich in Deutschland und Europa auf uns zu. Wir sollten unsere Meinung auf die Fakten und das komplexe System darum stützen. Und natürlich wäre es empfehlenswert, vorher den Masterplan der Regierung zu kennen, in den meiner Meinung nach das Konzept W-L-A der Artikelserie (in Teil 1-4 beschrieben)  integriert sein müsste.

Zielsetzung

  • Demokratie trainieren
  • Befassung mit komplexer Thematik und den Fakten dafür zur Formulierung fundierter Meinung
  • Dabei erhöht sich das Wissen, das Verständnis für andere und ändern sich Denkmuster (vorgefasste Meinungen).
  • Zugleich mit konkreten Vorschlägen für weitere operative Dinge und mittelfristige Strategie in der Flüchtlingspolitik.
  • Mehr sozialer und politischer Friede in der Bevölkerung

Rückwirkungen auf die praktische Politik durch die Seriosität der Aktion sind in Reichweite. Wir bereiten uns damit zugleich auf die kontinuierlichen Veränderungen für Europa vor. Die Menschenvielfalt wird in jedem Land größer, da es ja auch Personenfreizügigkeit innerhalb der EU schon längst gibt. So sind z.B. in den letzten Jahren aufgrund der schlechten Wirtschaftslage viele junge Menschen aus Portugal und Spanien zu uns gekommen und haben Deutsch gelernt.

Ablaufüberblick

4-stündige Aktion in großen Gruppen, 50 Personen und mehr, die jedoch zumeist in 8-er-Kleingruppen diskutieren mit etwas Austausch mit den anderen Tischen und über PC außerhalb des Raums. Wissen um Fakten verbreiten sich, vorgefasste Meinungen werden korrigiert, Ängste bauen sich ab.

Ablauf im Einzelnen

Mitten in einer Fußgängerzone werden Passanten zu einer 4-stündigen Veranstaltung über das Flüchtlingsthema angesprochen und eingeladen. Über die klassischen und social Medien ist dies auch schon vorher bekanntgegeben.

„Sie können hier interessante Dinge zum Thema Flüchtlinge lernen, Diskussionen mit netten Menschen und Gleichgesinnten sowie anderen Ansichten führen, so Ihr eigenes Denken erweitern und am Schluss eine fundierte Meinungsbildung als Signal an die Politik abgeben.“

Auf dem Weg in den Veranstaltungsraum sollen sich die Teilnehmer eine Viertelstunde Zeit nehmen, um im Gang davor Basisinformationen über das Thema zu studieren: Fluchtgründe, Gefahren und Schwierigkeiten, Bereitschaft der Integration. Zahlenmäßige Struktur nach Herkunftsländern, Geschlecht, Status etc.

Im Saal (meist einer von mehreren) sitzen die Teilnehmer an Tischen mit Platz für 8 Personen und 4 Bildschirmen in der Mitte. Der Raum fasst dabei ab 6 solche Tische, ggf. auch mehr.

Phase 1 Fakten

In einem ersten Schritt Lernen die Teilnehmer die Fakten bzw. wiederholen diese mit einem Multiple-Choice-Fragebogen. Auch ein paar wirtschaftliche Zusammenhänge sind eingebaut, dass z.B. die Milliarden Aufwendungen für die Flüchtlinge (Wohnung, Verpflegung, Sprachenlernen, sonstige Ausgaben) wieder zu Einkommen für die Bevölkerung führen und das zu verteilende Sozialprodukt erhöhen. Antworten werden in den Computer eingegeben und die Gruppe kann sehen, wie gut sie in ihren Köpfen schon die Fakten verinnerlicht hat. (Wobei jeder Mensch gerne solche ausblendet, die nicht zu seiner Meinung passen, sie dann auch oft anzweifelt).

Es zeigt sich, dass viele individuelle Antworten nur Meinungen darstellen, aber die Fakten verkennen. Ein erster Lernfortschritt, aber auch mit emotionaler Beteiligung. Vergleiche in den Antworten mit anderen Gruppen und bundesweit werden grafisch angezeigt. Auch die fehlerhaften Antworten und die Fakten dazu. Der Humor wird dabei ebenfalls angesprochen um Änderungen bzw. Korrekturen in den Köpfen zu unterstützen.

Beispiel 1.1: (nur 1 Antwort kann richtig sein) Bei den Flüchtlingen handelt es sich um

a) Eine Gruppe mit großteils asylberechtigten Personen aus Nicht-EU-Ländern.

b) Eine Gruppe mit einem kleinen Teil wirklich Asylberechtigten, einen großen Teil jedoch potenziell für Bleiberecht und Duldung geeignet (alles am Endstand des Asylverfahrens gemessen)

c) Eine Gruppe mit einem hohen Anteil von Terroristen

d) Menschen mit einem Altersdurchschnitt leicht unter dem deutschen Altersdurchschnitt

e) Fast durchweg um männliche Personen, weil es über 10.000 km bis nach Deutschland sind und der Fußweg über viele Landesgrenzen und Berge führt.

Phase 2 Werte

Nun folgt als nächster Schritt eine Arbeit in den Gruppen an den Werten. Es geht bei 4-6 „Problemen/Themen“ nicht mehr um die eine richtige Antwort, sondern um eine Rangfolge verschiedener Werte dabei. Hier zwei mögliche Beispiele:

Bsp. 2.1: Sie wohnen etwas abgelegen in einem Haus und sind alleine. Plötzlich klingelt es an der Tür und ein sichtlich verletzter Mensch steht gebückt und zusammengesackt vor Ihnen. (Schreiben Sie zu jeder Möglichkeit eine Zahl von 1-5 davor, 5 für die aus Sicht beste Alternative)

a) Machen die Türe zu, weil sie sich bedroht fühlen

b) Nehmen die Person an die Hand und führen sie zu einem Stuhl in Eingangsnähe

c) Rufen sofort die Polizei

d) Versuchen mit der Person zu sprechen, um mehr zu erfahren

e) Rufen den Rettungswagen/einen Arzt an.

Bsp. 2.2: Die wichtigsten Werte, die in der Flüchtlingsfrage angesprochen werden, sind

a) Mitgefühl

b) Deutschlands Stärke demonstrieren in der Welt

c) Sicherheit, vor persönlichen Einbußen und bzgl. Ängste vor Terror und Kriminalität

d) Identität als Deutscher, Christ nicht verwässern, verlieren

e) Schwankend, nicht entscheiden können zwischen Hilfsbereitschaft und Ängsten

Wenn alle persönlich ihre Reihenfolgen vergeben haben, diskutiert die Gruppe eine gemeinsame Reihenfolge. Das ergibt eine äußerst interessante Diskussion, die anschließend wieder in den PC eingegeben wird. Die Teilnehmer sehen dann auch die Rangfolgen anderer Gruppen und bundesweit. Der Moderator im Raum wird noch ein paar Meinungsäußerungen von jedem Tisch abfragen, bevor es weitergeht.

Phase 3 Offene Fragen

In einem dritten Schritt geht es um offene Fragen bei Flüchtlingen und Einwanderungen. Wo werden die Probleme gesehen? Welche Veränderungen kommen auf uns zu?

Hier macht jede Gruppe ein Brainstorming, wählt ca. 5 offene Probleme/Fragen („Wie löst man…..?“) aus und bemüht sich im Sinne des bisher Gelernten um Antworten, Vorschläge bei zumindest 3 Positionen.

Lachende Gruppe junge Leute People multikulturell halten Wort willkommen Freisteller

Phase 4 Vorschläge und  Weitererzählen

Hier formuliert die Kleingruppe

  1. zu den ersten beiden Positionen gemeinsame Vorschläge an Politik (soweit nicht schon in Phase 3 erledigt und klar)
  2. Möglichkeiten der eigenen persönlichen Aktivität zur Verbesserung der Situation

Und jeder Teilnehmer spricht einen Schlusssatz, wobei auch Wiederholungen anderer Personen wortwörtlich oder anders formuliert möglich sind:

„Was ich hier erkannt habe, ist……..“

Die Teilnehmer mit Smartphone werden gebeten, gleich, ansonsten am Abend von zuhause diese Erkenntnis auch in den Social media posten und Freunden in den nächsten Tagen natürlich persönlich davon erzählen.

Kosten und Resumée

_Positionen Flüchtlingsthematik_Die Kosten, die dabei entstehen hängen natürlich vom Umfang der Aktion ab. Auf jeden Fall entstehen pro Person Kosten durch Getränke und vielleicht ein Imbissangebot sowie Druckkosten für Unterlagen. Dazu die Raum- und Computerkosten. Sodann noch für die Moderatoren, als Vergütung und Reisekosten. Auch die Werbekosten sind nicht zu vergessen. Bei mehr als 1 Mio. Teilnehmern sind Gesamtkosten in mittlerer 2-stelliger Millionengröße anzusetzen.

Mit einer solchen Aktion könnte man in Deutschland in vielen Städten agieren und schnell 100.000 Menschen erreichen, sogar mehr als 1 Mio. bei entsprechender Werbung und Kostenaufwand. Wenn es bald geschieht könnte es „cool“ sein. Mit dem letzten Punkt von Phase 4 werden weitere Millionen Menschen mit diesen „Meinungen auf höherem Wissensniveau“ erreicht.

Diese Form Großgruppenaktion habe ich vor vielen Jahren (1977) entwickelt, als ich im eigenen Unternehmen eine Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter einführte. Als ich diese mit einem solchen Workshop einbezog, waren ihre Gedanken zur Vertrags strenger und viel rigider als meine eigenen. Später (1996)wollte ich sie einsetzen, um damit eine konstruktive politische Diskussion um ein neues radikal vereinfachtes Steuersystem mit kleinem bedingungslosen Grundeinkommen zu eröffnen. Noch 10 Jahre vor Paul Kirchhof! Heute stelle ich mir vor, dass wir mit dieser Methode wieder mehr sozialen Frieden in Deutschland schaffen können, einen Ausgleich der radikalen Meinungspositionen zur Flüchtlingsthematik mit oft zuwenig Fakten im Kopf aller Beteiligten.

Die ganze Vorgehensweise und die vorherigen Artikel sind aus einem Gesamtkonzept der Weltrettung geschrieben, das den Leitfaden dieses Blogs bildet. Wenn alle 9 Welt-Problemfelder bearbeitet werden, werden zugleich die Flüchtlingsströme versiegen….Die anstehenden Herkulesaufgaben für den Planeten – mit großem wirtschaftlichen Aufschwung überall. Diese Blog-Seite gibt Ihnen im Menu oben mehr Info über dieses Buch und Weltrettungskonzept. Hier der Link zum Webshop des Verlages epubli.

Ich bin gespannt auf die Kommentare der Leser auf meine Beiträge in Facebook, Xing, LinkedIn und Twitter bzw. direkt auf der Blog-Seite (wo sie dann sichtbar bleiben).

Demokratie trainieren

Weltrettung und Flüchtlinge 4 – offene Diskrepanzen im deutschen Sozialsystem

Diskrepanzen SozialsystemDie hohen Ausgaben für die Asylanten und Flüchtlingshilfe – man spricht für das nächste Jahr schon von mehr als 10 Milliarden – zeigen uns Diskrepanzen im eigenen Land in den Sozialleistungen auf, die ebenfalls anzupacken wären. Wenn sich die Prioritäten nun durch die Flüchtlingswelle verschieben, sollte man hieran ebenso denken. Sonst bekommt die eigene Bevölkerung das Gefühl, abgehängt zu werden. Was die Angst vor Fremden und Sozialabbau oder Sozialneid  doch eher verstärken würde. Dies ist eine nicht unbedingt vollständige Liste dafür:

Hartz 4 und BGE (bedingungsloses Grundeinkommen)

Ein wichtiger Kritikpunkt an Hartz 4 sind Gängelungen, Abzüge von Leistungen, unzumutbare Job-Angebote (dürften im Zeitalter des Mindestlohns nachgelassen haben) – eigentlich was genau der „Fordern und fördern“-Philosophie entsprochen hat. Dazu gehören dann Beschwerden, dass Leistungen unter das verfassungsmäßige Existenzminimum fallen.

Daneben haben sich einige Hartz-4-Empfänger auch gut finanziell in diesem Kontext eingerichtet (wie auch immer anderweitig und zusätzlich finanziert). Als Steuerzahler kann man sich mit guten Recht fragen, ob die ganze BürokratiePICT2869 sinnvoll ist und welchen Nutzen sie wem bringt. Letztlich landet es wieder bei Sätzen wir: „Nur wer dumm ist, wird bei Hartz-4 Schwierigkeiten haben.“ Wird es nicht immer einen Bodensatz von vielleicht 5 % der Arbeitsfähigen geben, die sich im sozialen Netz einrichten – egal wie wir versuchen, diese zu fördern und fordern?

Wenn jetzt Flüchtlinge „fast ähnliche“ Leistungen wie Hartz-4 bekommen, muss man sich solche Fragen doppelt stellen. Dann könnte man gleich einen Schritt weitergehen, die ganzen Abzugssanktionen lockern und schrittweise – wie es empfohlen wird – auf ein BGE zusteuern. Vorher sollte man m.E. hierfür eine Volksabstimmung durchführen – und davor sich mit dem Thema „mehr Demokratie“ befassen. Nicht alle steuerzahlenden Menschen sind für ein bedingungsloses, „leistungsloses“ Grundeinkommen.

Wenn Hartz 4 bewirken soll, dass sich die Empfänger um einen Job bewerben, gibt es das Problem mit den Abzügen beim Hinzuverdienst. Dies lässt sich nur über das BGE-Grundverständnis regeln und müsste so entfallen. Desweiteren – so ist auch meine eigene Erfahrung aus Bewerbungstrainings – ist eine intensivere psychologische Betreuung von H4-lern erforderlich, insbesondere für eine tiefergehende Stärkenanalyse zur Berufswahl, um sie wieder echt zu motivieren.

Armut in Deutschland abbauen

Der regelmäßige Armutsbericht zeigt die Ursachen auf, die ich hier gar nicht – außer einer – wiederholen will. Dabei schreckt mich nicht der Prozentsatz der (relativen) Armut, der in den meisten Staaten der OECD ähnlich ist und um 17 % schwankt. Meines Erachtens wird er sich durch die Einführung des Mindestlohnes sogar erhöhen, was mathematisch bedingt ist, aber auch die Formel in ihrer Aussagekraft stark relativiert.

Für wichtig halte ich das Thema der Armut von alleinerziehenden Müttern. Wir wollen doch mehr Kinder in Deutschland haben. Dann müssen wir die Mütter fördern. Das Steuersplitting für Verheiratete ist abzuschaffen und alle Mittel sind auf das Kindergeld umzulegen.

Preiswerte Wohnungen

Gehören ebenfalls zum Armutsabbau und Obdachlosenprävention. Hierfür muss der soziale Wohnungsbau unter neuen auch technischen Bau-Aspekten richtig angekurbelt werden. Derzeit hört man allerorten – im Westen der Republik – dass kaum erschwinglicher Wohnraum für Problemgruppen zur Verfügung steht.

Bei der Flüchtlingsthematik habe ich ja vorgeschlagen, dass die Montage vor Ort eines neuen modularen Systems – wie bei IKEA-Schränken – durch die Flüchtlinge selbst geschieht. Hier könnte man ein gewisses Kontingent zusätzlich montieren lassen und an gesellschaftliche Gruppen mit geringem Einkommen vermieten. Überhaupt soll ja das Baurecht flexibler gehandhabt werden. Ein modulares System müsste unter erleichtete Vorschriften für mobilen Bau fallen. Dies wurde im Teil 1 dieser Serie schon dargestellt.

Bildung

Ein heißes Thema. Doch wenn die Sprachkurse für die Flüchtlinge kostenlos sind, auch einige weitere Angebote zur

Mature Students In Further Education Class With Teacher

Integration, sogar schon mit Stoßrichtung Eingliederung in Arbeitsmarkt und Möglichkeiten der Selbständigkeit – dann wird es eigentlich konsequent sein, der eigenen Bevölkerung ebenfalls solche Wohltaten zu gewähren. Nicht mit Barleistungen sondern mit Gutscheinen – obwohl das auch nicht unproblematisch ist. Mit einer kleinen Eigenbeteiligung auf jeden Fall.

Eine eigene Thematik ist die Schaffung von mehr Chancengleichheit im Schulunterricht für bildungsferne Bevölkerungsanteile. Wenn man nicht durch Subventionen in den Familien selbst ansetzen kann, auch nicht durch Kita-Förderung, könnte dies von den Schulen aus geschehen, die quasi einen verpflichtenden Förderunterricht sowie Lesekreise einführen. Das würde die staatlichen Bildungsausgaben erhöhen.

Mehr Demokratie wagen

Die vielen Hetzkommentare in den sozialen Medien über mangelnde Demokratie bis zur Einschätzung unserer Regierung als Diktatur oder zumindest Marionetten von USA oder Kapital oder beidem, insbesondere in Facebook – sind natürlich nicht repräsentativ. Aber man könnte positiv feststellen: je mehr diese Entwicklung voranschreitet, desto mündiger wird das Volk und verlangt nach mehr „gehört werden“, mehr Informationen. Glaubwürdigkeit und Vertrauen haben viel damit zu tun.

Das Internet macht vieles möglich, was es früher nicht gab. So könnte die Regierung über Internet Meinungen abfragen und auch Alternativen für Entscheidungen erfragen. Hierfür gibt es schon Software. So wie man DE-Mails für bestimmte Rechtsvorgänge genauestens reguliert, könnte man hier auch Identifikationen vorschreiben.

Ich bin sogar der Meinung: Wahlrecht bedeutet auch Informationspflicht. Und: Verbot jeder Wahl“werbung“ (mit emotionalen Inhalten und Slogans, doch oft bar jeder sachlichen programmatischen Sachinhalte) über gedruckte Zettel mit Einladungen zu Veranstaltungen – ansonsten ohne jegliche Wahlkostenerstattung! Immerhin ist derzeit die Wahlkampfinanzierung so gebaut, dass die Parteien weniger Geld bekommen, wenn weniger Menschen zur Wahl gehen. Ein Umstand, der kaum bekannt ist.

Meine Vision wäre: Wer zur Wahl geht trifft auf dem Korridor zu Wahlbüro mit den Wahlurnen die Infostände verschiedener Parteien. Er muss sich von mindestens 4 Ständen Stempel für einen Infobesuch abholen, bevor er wählen darf! Ersatzweise den Besuch von ausführlichen Veranstaltungen mit Stempeln nachweisen.

Ich werde in Bälde einen Artikel über eine ganz neue Form „Dialogtraining Demokratie“ hier veröffentlichen, die eine zusätzliche Form des Meinungs-Feedbacks der Bevölkerung an die Regierung darstellt. Mit viel Information und Argumentation und Großgruppentechnik.

Steuervereinfachung

Es lag schon vor unseren Augen und nun ist es in weite Ferne gerückt: ein radikal entrümpeltes Steuersystem wie von Paul Kirchhoff bis zum fertigen Gesetzestext entwickelt. Ein Jammer.

Wirklich in die Ferne gerückt? Ich selbst habe schon vor 20 Jahren rein aus der Mathematik heraus ein ähnliches Modell mit einer absoluten Flatrate Einkommenssteuer 20 – 25 % und einer Art BGE entwickelt. In einem eigenen Artikel werde ich dies demnächst noch einmal vorstellen.

Gegenfinanzierung

Alle diese Dinge werden Milliarden kosten. Gibt es dafür irgendwo Einsparungen? Wo sollte in den staatlichen Etats dafür reduziert werden?

Ich plädiere nicht für Reduktion der Diäten und Pensionen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass unsere Volksvertreter am besten gegen Korruption und Lobby-ismus geschützt sind, wenn sie selbst ein ordentliches und überdurchschnittliches Einkommen beziehen. Die Summen sind prozentual zum Sozialprodukt klein. Man könnte natürlich problemlos mit jeder Wahl 10 % der Abgeordnetensitze – und entsprechend der Hilfskräfte – abbauen während der kommenden 20 Jahre.

Ein Kostenabbau wäre anzustreben: bei der ARGE, der AfA, auch ganz allmählich beim Finanzamt durch eine radikale Steuerreform der Vereinfachung. Was bleibt sonst noch an unmittelbaren Möglichkeiten: Bekämpfung der Steuerflucht, wo der Staat – so ist der allseitige Eindruck – zu zögerlich ist. Man sieht dies auch beim Vergleich der Bundesländer!

Und wenn das alles nicht reicht: Überprüfung aller Prioritäten in den öffentlichen Haushalten. Brauchen wir so viele Subventionen für die Wirtschaft? Das Gesundheitssystem ist mangels Effizienzprüfungen immer noch unwirtschaftlich. Bürokratieabbau ist immer erforderlich und eine Daueraufgabe. Es gibt doch einige Möglichkeiten. Ein Blick in die jährlichen Berichte des Bundes der Steuerzahlen zeigt diese auf. Und der Tatbestand der Steuerverschwendung ist immer noch kein Straftatbestand.

Mit zeitlicher Verzögerung wird sich ein höheres Sozialprodukt und damit mehr Steuereinnahmen ergeben, z.B. durch bessere Bildung. Auch durch mehr Steuerehrlichkeit durch die Steuerreform.

Lachende Gruppe junge Leute People multikulturell halten Wort willkommen Freisteller

Leider hat Angela Merkel für meinen Geschmack zu sehr betont, dass wir Veränderungen in Deutschland bekommen. Es heißt, dass viele Menschen Veränderungen gar nicht mögen, weil sie dadurch Gefahren wittern. Vor 50 Jahren gab es schon Wahlkampagnen unter dem Motto „keine Experimente“. Und bisher hat m.E. die Bundeskanzlerin auch versucht, Deutschland und seine Bevölkerung vor Veränderungen, gar Verzicht (Energiewende) zu bewahren. Das hat sicher die aktuelle Gegenreaktion in unserem Lande verstärkt. – Aber es nützt alles nichts: wir bekommen immer Veränderungen. D ist heute nicht mehr das, was es vor 50 Jahren, was es vor 25 Jahren war. Dagegen gibt es keinen Schutz. Jetzt sind halt mehr Flüchtlinge da und stören unsere (vermeintliche) Wohlstandsruhe. So wurden nun endlich bisher schon oft angeprangerte Missstände aus obiger Liste von den Verantwortlichen als wichtig erkannt.

Zurück auf die Ausgangsfrage ganz oben: wenn schon große Hilfsbereitschaft den Flüchtlingen gegenüber, sollten die internen Aufgaben der Förderung des Wohlergehens des ganzen Volkes auch nicht vernachlässigt und alle Prioritäten neu justiert werden.

Wir bekommen mit den 10 Milliarden ein Konjunkturprogramm im Konsumbereich inkl. Wohnungsbau. Das ist schon mal ganz gut. Wir werden dadurch zur Wachstumslokomotive in Europa. Auch gut. Und der Schwenk in den gesamten politischen Prioritäten: auch gut. Alles Veränderung, die Deutschland gut tun wird.

Die Kanzlerin ist gestern Abend in einem 1-stündigen Interview von Anne Will wieder in die Offensive gegangen. Wir erlebten Sie gelassen und doch intensiv kümmernd.  Sie sprach oft von Arbeitsaufgaben auf europäischer Ebene und in der Weltpolitik bei den Ursachen der Flüchtlingsströme, wie es in Teil 3 erörtert wurde. So bleiben unsere Erwartungen weiter hoch, auch wenn die Medien ständig negative Erlebnisse hochspielen – was ihre Gewohnheit ist (nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten).

Die ganze Vorgehensweise und die Fortsetzungen sind aus einem Gesamtkonzept der Weltrettung geschrieben, das den Leitfaden dieses Blogs bildet. Wenn alle 9 Welt-Problemfelder bearbeitet werden, werden zugleich die Flüchtlingsströme versiegen….Die anstehenden Herkulesaufgaben für den Planeten – mit großen wirtschaftlichen Aufschwung überall.

Diskrepanzen Sozialsystem