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Corona – Konkretes Licht am Ende des Tunnels?

Welche gewaltigen Anstrengungen hat ganz Deutschland, Gesundheitssystem, Politik, Wirtschaft und alle Einwohner unternommen, um die Situation innerhalb eines Meeres von Corona-Viren zu stabilisieren?! Fragezeichen und Ausrufezeichen.

Lohnen sich die Anstrengungen wirklich. Ist die Politik der sozialen Isolation erfolgreich? Ist sie auch verhältnismäßig? Kritik kommt zunehmend stärker nach 2 Wochen Ausgangssperre. Erste Klagen wegen Verletzung von Grundrechten trudeln ein bei den Gerichten. Verschwörungstheorien vermehren sich schneller als der Virus selbst.

In all dem Zahlenmeer, was uns täglich aus Zeitungen und Bildschirmen und Schlagzeilen entgegenblickt, werden Einzelerlebnisse hochgejubelt und die Zahl der Infizierten trotz möglicher riesiger Dunkelziffer in ihrer Steigerung hervorgehoben. Je mehr Testkits zur Verfügung stehen, umso mehr steigt diese.

Dabei gibt es eine Zahl, eine einzige Zahl, die belastbar ist, wie es im Fachvokabular heißt. Die echten Todesfälle, und nicht die kumulierte Gesamtzahl, sondern die tägliche Zahl. Sie geht nun 3 Tage in Folge zurück. 3 Tage, die ich mit dieser Meldung abgewartet habe. Ist das das Licht am Ende des Tunnels? Ein Schwalbe macht schon oder doch einen Sommer?

Bis 2.4.20 ging es in den Zahlen aufwärts, dann endlich abwärts mit den traurigen Werten. Nach 2 Wochen sehr eingeschränkten Sozialkontakten. Am 3.4. habe ich noch in Tränen aufgelöst bei Ansicht meiner Prognose mit exponentiellem Wachstum im April (Faktor 20 der Todesfälle, täglicher Steigerung von nur 10 %, statt 20 % zuletzt im März) in meinem Home-Office gesessen. Dann die Erlösung am nächsten Tag, die diese Meldung ermöglicht.

Bedeutung

3 Tage in Folge sinkende Anzahl der neuen Sterbefälle. Jedes Mal ein Schicksal. Die Gesamtzahl kann sich nicht verringern – aber die Zahl der täglich neu Hinzukommenden. Darauf müssen wir schauen, wenn die Anzahl der wirkliche Neuinfektionen nicht bekannt ist, weil es ja überwiegend milde Krankheitsverläufe gibt und nicht alle Menschen im Land ständig getestet werden können.

Durch Social Distancing soll die Zahl der Ansteckung gestoppt werden und die Kurve sich abflachen, damit das Gesundheitssystem mit dem Engpass „Anzahl der Intensivbetten und Beatmungsgeräte“ nicht zusammenbricht. Und genau Letzteres zeichnet sich nun am dritten Tag in Folge ab. Es heißt vom RKI, dass 14 % der Menschen starke Symptome aufweisen, 6 % schwer und lebensbedrohlich, 1,2 % sterben. Das heißt im groben Durchschnitt neben einem Sterbenden liegen 5 andere Schwerkranke, die gerettet werden können. Und diese liegen sicher dort mindestens eine Woche und belegen jeweils ein Bett. Dann erst steht diese Kapazität wieder zur Verfügung.

Perspektiven

Wir können nicht nachlassen in unserer Aufmerksamkeit, uns vor dem Virus zu schützen. Wir sehen was wirkt und können das variieren. Schule mit mehr Abstand zwischen den Schülern, Geschäfte die wieder öffnen können – mit Abstand und Schlange stehen. Restaurants mit mehr Platz zwischen den Tischen. Das ist wohl alles wieder möglich und die Verantwortlichen in der Politik haben Handlungsspielraum.

Und das ganze Volk, alle Einwohner zusammen in ihrer Selbstdisziplin zeigen, dass es funktioniert und unser Leben wieder möglich wird. Sozialkontakte werden wieder möglich – wenn auch mit Abstand.

Ein überwältigendes Gefühl.

Die Wirtschaft kann wieder – wenn auch langsam – anlaufen, mit Abstand in der Produktion, mit Fortführung im Home-Office und mit weniger Angst. Hoffnung tut immer gut – und macht auch kreativ für Lösungen.

Corona wird uns aber noch viele Monate, sogar Jahre begleiten. Seine Ausbreitung ist verlangsamt, aber es wird sich nicht stoppen lassen, in jede Lücke und jeden Spalt kriechen, bis es wie bei der normalen Grippe durch Immune und Geimpfte oder Genesene  gestoppt wird. Dann erst können wir zum Alltag zurückkehren.

Ein Alltag, in dem sich vieles verändert hat

  1. Die Systemrelevanten und doch bisher unterbezahlten Berufe haben an Wertschätzung gewonnen, was auch deren Verdiensten gut tun wird.
  2. Gesundheitssystem und Vorsorge für Pandemien (Schutzkleidung etc.) müssen ausgebaut werden. Bill Gates hat das schon 2015 gepredigt. Dies und Punkt 1 wird Geld kosten und zu höheren Beiträgen führen. Gut investiertes Geld, wissen wir jetzt. Verdientes Geld für die Pfleger, Schwestern und auch die Ärzte im Krankenhaus.
  3. Wir alle haben gelernt, unsere sozialen Kontakte mehr wertzuschätzen.
  4. Das Vertrauen in den Staat, seine Regierung und die Demokratie wurde gestärkt – sonst wäre diese Disziplin und Akzeptanz in der Bevölkerung nicht erreicht worden.
  5. Wir alle zusammen haben eine bedrohliche Situation gemeistert, gemeinsam gemeistert. Gemeinsam Durchlittenes führt immer zu mehr Zusammenhalt! Wir müssen auch gemeinsam weitermachen, doch wenn wir Sinn und Erfolg sehen, fällt das leichter.

Wir schaffen das – wer hat das gesagt?

Und Hoffnung, Licht am Ende des Tunnels tut gut und gibt uns Kraft für die weitere Anstrengung und das erforderliche Durchhalten wohl noch viele Monate.

Und nicht vergessen. Wenn wir uns im Rahmen unserer Gesundheitskapazität weiter so halten können, können wir unseren schwer getroffenen Nachbarländern helfen. Wenn wir unser Wirtschaft schon früher als diese hochfahren, können wir diesen auch finanziell helfen. Ist Solidarität und Vertrauen nicht etwas Tolles? In schweren Zeit erkennen wir immer, wer unsere Freunde sind.

Und was ist die Perspektive der Weltrettung dabei?

Wir Menschen lernen in großem Stil wohl nur durch Leid. Da sind wir jetzt drin, aber immer noch besser gesund zu Hause zu sitzen als wochenlang mit Fieber und Husten im Bett. Wir spüren Solidarität, Vertrauen. Wir erkennen, was uns wichtig ist im Leben – und auch was nicht.

Damit machen wir zugleich Fortschritte bei unseren menschlichen Schwachstellen, also Faktor Mensch als Ursache der Weltprobleme.